Windenergie und Naturschutz sind keine Gegensätze

Naturschutzverbände und Windenergie-Branchenverband überreichen „Gemeinsame Erklärung zum naturverträglichen Ausbau der Windenergie in NRW“ an Umweltminister Johannes Remmel – Energiewende in Nordrhein-Westfalen muss konsequent umgesetzt werden

Ein Bündnis aus drei Naturschutzverbänden und dem Windenergie-Branchenverband setzt sich für einen zügigen und naturverträglichen Ausbau der Windenergie in Nordrhein-Westfalen ein. Am Freitag (26. Juni 2015) überreichten die NRW-Landesverbände von BUND, NABU, Schutzgemeinsaft Deutscher Wald (SDW) und Bundesverband Windenergie (BWE) Landesumweltminister Johannes Remmel im Landtag eine Gemeinsame Erklärung. In dieser sprechen sie sich für eine konsequente Energiewende in Nordrhein-Westfalen aus, bei der die Windenergie eine tragende Rolle spielen müsse.


(v.r.) Holger Sticht (BUND-Landesvorsitzender), Klaus Schulze Langenhorst (Vorsitzender BWE NRW), Josef Tumbrinck (NABU-Landesvorsitzender), NRW-Umweltminister Johannes Remmel, Marie-Luise Fasse MdL (SDW-Landesvorsitzende), Staatssekretär Peter Knitsch

 

“Die Windenergie ist die zentrale Säule unserer Energieversorgung von morgen. Nur mit dem Ausbau dieser Zukunftsenergie können wir die NRW-Klimaschutzziele erreichen und den Energie- und Industriestandort NRW mittelfristig erhalten“, sagte Klaus Schulze Langenhorst, Vorsitzender des BWE NRW. „NRW hat im Klimaschutz große Verantwortung zu tragen. So bedarf es gerade im Bereich des Arten- und Naturschutzes eines sachlich und fachlich fundierten Umgangs miteinander und weniger Gegeneinander. Denn im Grunde haben wir die gleichen Ziele.“

In ihrem Koalitionsvertrag strebt die NRW-Landesregierung an, dass bis 2020 mindestens 15 Prozent der nordrhein-westfälischen Energie aus Windenergie stammen sollen. Derzeit liegt der Anteil bei gerade einmal vier Prozent. Gründe dafür sind der Mangel an Steuerung sowie Konflikte vor Ort, die dazu führen, dass Windenergieprojekte nicht oder nur langsam realisiert werden können. „Eine große Herausforderung beim Ausbau der Windenergie ist es, die Naturverträglichkeit im Blick zu haben und frühzeitig alle relevanten Informationen in die jeweilige Planungsebene einfließen zu lassen. Das hat natürlich zur Folge, dass einige Projekte nicht umgesetzt werden“, sagte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW.

Um den naturverträglichen Windenergie-Ausbau in Nordrhein-Westfalen voranzutreiben, müssen nach Ansicht der unterzeichnenden Verbände Anwohner sowie sämtliche weitere Akteure frühzeitig in die Planungen von Windenergieprojekten eingebunden werden. Ein neu einzurichtendes Dialogforum der Landesregierung soll darüber hinaus dazu beitragen, mögliche Konflikte zwischen Naturschutzbelangen und Windenergieprojekten zu moderieren und zu lösen. „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger sowie die anerkannten Naturschutzverbände von Anfang an beteiligt werden“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht.

Die Verbände forderten die Landesregierung außerdem dazu auf, die Planungshilfen des Landes regelmäßig zu überprüfen und weiterzuentwickeln, um die tatsächlichen Umweltwirkungen von Windenergieanlagen verlässlich bewerten zu können. „Gemeinsame Forschungsprojekte zwischen Naturschutzverbänden und der Windenergiebranche könnten eine bessere Planungsgrundlage für neue Projekte ermöglichen“, sagte Marie-Luise Fasse, Landesvorsitzende der SDW.